22.03.2019, Freitag, 17:00 Uhr
Eröffnung eines neuen Raums der ständigen Ausstellung

Eintritt frei

Im Goethe-Museum arbeiten wir an eine neuer ständigen Ausstellung, die Goethes Modernität zum Gegenstand hat. Als ersten Raum dieser neuen Präsentation eröffnen wir das „Faust-Labor“. Es verknüpft drei Themenbereiche, die in der bisherigen Ausstellung getrennt waren: Goethes Naturforschung, seine Arbeit an dem Hauptwerk „Faust“ und seine Kritik an der Gestalt des Wissenschaftlers, der Grenzen überschreitet.

Goethe war zu seiner Zeit ein aufmerksamer Beobachter der Industriellen Revolution. Im zweiten Teil seines „Faust“-Dramas behandelte er kritisch den Fortschrittsglauben und die Vorstellung einer Optimierung des Menschen.

Das Faust-Labor thematisiert das Verhältnis von natürlichem Werden und künstlichem Fabrizieren. Es widmet sich Goethes Forschung zum menschlichen Zwischenkieferknochen wie auch seiner Wissenschaftskritik. Symbolisch für moderne Laborschöpfungen steht im „Faust“ der „Homunculus“, ein künstlich in einer Phiole geschaffenes Wesen – eine „künstliche Intelligenz“ avant la lettre. Das Faust-Labor will u.a. der Frage nachgehen, inwiefern sich Goethes „anschauendes Denken“ von den Fertigkeiten einer Künstlichen Intelligenz unterscheidet.

Goethes Modernität wollen wir auch mit modernen Medien dokumentieren. Wir bieten ab dem 22. März (Goethes Todestag!) eine App als zusätzliches Erschließungsmittel unserer Exponate an.

Anlehnend an Goethes Vorstellung einer Evolution der Natur konzipieren wir das Faust-Labor in mehreren Stufen. Bei der Ausgestaltung des Raums wollen wir die Rückmeldungen der Besucher einbeziehen.

Das Faust-Labor wird von der Beisheim Stiftung gefördert, der wir an dieser Stelle für ihre Unterstützung danken. Die Konzeption hat Damian Mallepree entwickelt.

 


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