Wie lässt sich eine Familiengeschichte erzählen, von der nur noch Bruchstücke und schmerzhaftes Schweigen übrig sind? Wir laden Sie herzlich zu einer besonderen Lesung über Identität, Erinnerung und das Schweigen der Geschichte ein. Der renommierte Schweizer Autor Christoph Geiser stellt im Gespräch mit der Moderatorin Angela Gutzeit seinen neuen Roman "Die Spur der Hasen" vor. Mit diesem Werk schließt er seine Werkausgabe als 13. Band eindrucksvoll ab. Im Mittelpunkt des Abends steht eine Spurensuche nach einer russisch-jüdischen Familiengeschichte. Anhand von Archivfunden und verstreuten Dokumenten rekonstruiert der Erzähler eine Familien-Chronik, in der sich persönliche Lebensmomente und kollektive historische Gewalt unauflöslich überlagern. Christoph Geiser bewegt sich in seinem Schreiben virtuos an der Grenze zwischen autobiografischer Reflexion und literarischer Verdichtung. Er fragt danach, was von der Herkunft bleibt, wenn familiäre Linien abreißen, und nutzt die literarische Groteske als kraftvolle ästhetische Antwort auf die Erfahrung von Ohnmacht. Diese Lesung schlägt eine Brücke zwischen den Generationen und lädt dazu ein, gemeinsam über die Macht der Sprache zu diskutieren. Foto: Yvonne Böhler
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