Das Goethe-Museum Düsseldorf und der Verein Düsseldorf-Palermo e.V. realisieren anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Düsseldorf-Palermo ein gemeinsames Ausstellungsprojekt unter dem Titel "Natur und Geister". Ausgangspunkt ist Goethes Zeichnung der sogenannten Geisterfiguren der Villa Palagonia bei Palermo (1787, Goethe-Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung).
Einladung Der Open Call richtet sich an Künstlerinnen und Künstler alle Karrierestufen mit Wohnsitz oder Arbeitsort in Düsseldorf bzw. Palermo. Eingeladen sind zeitgenössische Positionen, die sich mit dem Themenfeld Natur - Geist - Monstrosität auseinandersetzen und Papier bzw. Karton als Haupt- und Ausgangsmaterial verwenden. Der Bezug zu Goethe muss nicht explizit sein. Erwünscht sind eigenständige, zeitgenössische künstlerische Reaktionen auf die genannten Themen und ihre gesellschaftliche Aktualität. Papier eignet sich als Medium in besonderer Weise: Durch Schichtungen, Linien, Überlagerungen, Verdichtungen - auch reliefhaft oder raumgreifend - lassen sich Prozesse des Hervortretens, Verfremdens und Gestaltens sichtbar machen. Auswahl & Präsentation Eine Jury wählt 14 künstlerische Positionen aus (sieben aus Düsseldorf, sieben aus Palermo). Die ausgewählten Arbeiten werden präsentiert: ab 28. August 2026 im Goethe-Museum Düsseldorf, anschließend in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Palermo im Archivio Storico Palermo. Alle Künstlerinnen und Künstler werden in beiden Städten namentlich genannt. Begleitend sind Artist Talks und weitere moderierte Formate im Rahmen des Jubiläumsprogramms vorgesehen. Projektidee (kuratorischer Hintergrund) Goethe beschreibt seine Sizilienreise als einen Schlüsselmoment seines Natur- und Kunstverständnisses. In der Italienischen Reise schreibt er: "Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem." Sizilien - und damit auch Palermo - erscheint ihm als Ort, an dem Natur, Geschichte und Formbildung in besonderer Intensität zusammentreten. Die steinernen Geister- bzw. Monsterfiguren der Villa Palagonia lösen bei Goethe eine ambivalente Reaktion aus: Er beschreibt sie als "hässlich" und "ungeheuer", zugleich aber als bedeutungstragend und faszinierend. Diese Spannung zwischen Erschrecken und Faszination bildet den gedanklichen Kern des Projekts. Hinzu kommt Goethes naturwissenschaftliches Interesse: In Palermo beschäftigt er sich intensiv mit der Idee der "Urpflanze", einer geistigen Grundform hinter den Erscheinungen des Lebendigen. Die Geisterfiguren der Villa Palagonia verkörpern genau diese Verschränkung: Sie sind Naturmaterial und zugleich imaginierte Wesen, Stein und Idee, Materie und Geist. Rahmenbedingungen Eingereicht werden können neue oder bestehende Arbeiten, die bislang nicht öffentlich gezeigt wurden. Papier oder Karton müssen Haupt- und Ausgangsmaterial der Arbeit sein. Maximale Abmessungen: 120 x 120 cm / bei plastischen Werken 120 x 120 x 120 cm. Für die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler ist ein künstlerisches Honorar in symbolischer Höhe vorgesehen als Anerkennung der künstlerischen Arbeit, nicht als Produktionskostenzuschuss.Transport der Werke zwischen Düsseldorf und Palermo sowie Versicherung werden übernommen. Die Arbeiten verbleiben im Eigentum der Künstlerinnen und Künstler. Die ausstellenden Institutionen erhalten das Recht, Abbildungen der Arbeiten zu Dokumentations- und Öffentlichkeitszwecken (Webseite, Social Media, Presse) zu verwenden Einreichung Bitte senden Sie bis zum 15. Juni 2026 aussagekräftiges Bildmaterial (max. 5 Bilddateien, Dateiformat: JPG oder PNG, max. 5 MB pro Datei), einen kurzen Beschreibungstext (max. 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen), Angaben zu Titel, Jahr, Technik, Maßen. Einreichung an opencall-goethemuseum [at] duesseldorf [dot] de. Ausstellungseröffnung: 28. August 2026, Goethe-Museum Düsseldorf
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