18.03.2020, Mittwoch, 20:00 Uhr
Vortrag von Prof. em. Dr. Heinz Rölleke, Universität Wuppertal

Eintritt frei

In Goethes Leben und Werk spielt der Wein gleichermaßen eine unübersehbare Rolle. Unmittelbar nach seiner Geburt rettete ihm „ein Bad heißen Weins“ das Leben; am Tag vor seinem Tod verlangte er ein Glas Wein, „das er in drei Zügen leer trank“. Lebenslänglich erinnerte er sich an seinen ersten Besuch als Siebenjähriger im elterlichen Weinkeller, und zeitlebens sah er im Wein „produktivmachende Kräfte sehr bedeutender Art“.
Diese zeigen sich auch besonders in seinen Dichtungen von „Ohne Wein und ohne Weiber hol der Teufel unsre Leiber“ bis hin zum Hymnus an Frau von Stein „Der Becher“, in dem Liebe und Wein, Trinkgefäß und (Bilder-) Kunst unter dem Segen der antiken Götter Vulcanus und Dionysos zu untrennbarer Einheit verschmelzen, wie zuvor schon für den „König in Thule“ der Kelch seiner Erinnerung an die verstorbene Liebste mit dem Abendmahlskelch Christi verschmilzt: Aus dem „heil'gen Becher“ trinkt der Sterbende den Wein als „letzte Lebensglut“.
Goethes Resümee: „Künstler sollen reifen wie der Wein.“


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